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Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt

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Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt
Denken Sie an die Folgen
KPB MI-LK / Thomas Bensch

Schon eine Sekunde der Unachtsamkeit und es passiert ein kleiner Rempler beim Einparken, man touchiert ein anderes Fahrzeug oder einen Gegenstand beim Wenden oder Rückwärtsfahren, man berührt beim Vorbeifahren den Spiegel eines geparkten oder entgegenkommenden Fahrzeugs. Trotzdem fährt der Verursacher weiter. Neben den oftmals als „Bagatelle“ empfundenen Unfällen gibt es aber auch Fluchten, bei den Menschen verletzt oder gar getötet werden. All diese Fälle sind Unfallfluchten und somit Straftaten und keine Kavaliersdelikte!

Vortäuschen einer Unfallflucht

Auch das Vortäuschen einer Unfallflucht, um beispielsweise einen selbst verschuldeten Schaden über die Versicherung abzurechnen, ist eine Straftat. Hier haben die Spezialisten der Polizei vielfältige Möglichkeiten durch Auswertung der Spuren, um den geschilderten mit dem tatsächlichen Unfallverlauf abzugleichen.

Unfallflucht - Denken Sie an die Folgen

Zumeist handelt es sich bei den durch Unfallfluchten entstandenen Schäden um Ereignisse, die durch die Autoversicherung abgedeckt sind. Es besteht also kein Grund, sich vom Unfallort zu entfernen. Wer einfach weiter fährt oder die Telefonnummer hinterlässt - der begeht Fahrerflucht - und die Haftpflichtversicherung wird auch im nachherein für den entstandenen Schaden nicht eintreten. Zudem riskiert man als Unfallflüchtiger neben drei Punkten in der Verkehrszentraldatei beim Kraftfahrtbundesamt auch den Verlust der Fahrerlaubnis. Und das für mindestens sechs Monate.

Hohe Schäden durch Unfallfluchten

Daneben entsteht für den Geschädigten nicht nur der Ärger über das Geschehen, sondern auch ein finanzieller Schaden. Allein durch die im Jahr 2015 im Mühlenkreis verursachten Verkehrsunfallfluchten entstand statistisch gesehen ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 1.728.000 Euro. Dies bedeutet eine durchschnittliche Schadenshöhe von zirka 1.119 Euro.

Präventionsprogramme

Neben den vielfältigen Präventionsprogrammen wie die landesweite Kampagne „Crash-Kurs NRW“, Sicherheitstage an Berufsschulen und „Alte Hasen - neue Regeln“ die speziell auf die Altersgruppe der Senioren abzielen, richtetet sich die Polizei des Mühlenkreises seit Oktober 2009 auch an bekannten Unfallhäufungsstellen an die Verkehrsteilnehmer. An kreisweit mit Hinweisschildern versehen Großparkplätzen suchen die Spezialisten der Verkehrsunfallprävention und -Opferschutz in persönlichen Gesprächen sowie durch die Verteilung von Handzetteln den Kontakt zu Fahrzeugführern. Hierbei wird gezielt auf die Problematik von Verkehrsunfallfluchten und deren Folgen hingewiesen.

Hinweise aus der Bevölkerung helfen der Polizei

Zudem bittet die Polizei Unfallzeugen, Ihre Beobachtungen unmittelbar der Polizei zu melden. Hierdurch können immer wieder Unfallfluchten aufgeklärt werden. Denken Sie daran, auch Sie könnten betroffen sein.

Neben der allgemeinen Steigerung von Verkehrsunfällen hat auch das Phänomen der Verkehrsunfallflucht in den letzten Jahren zugenommen. So wurden der Polizei bis Ende September insgesamt 1115 Unfallfluchten (Vergleichszeitraum 2015 = 1074) gemeldet. Statistisch waren ein Fünftel aller Verkehrsunfälle (18,02 %) des Jahres 2015 Verkehrsunfallfluchten. Durchschnittlich werden täglich vier (4,23) Unfallfluchten angezeigt. Leider hält die Entwicklung der Vorjahrswerte auch 2016 an. Dies ist nicht nur im Mühlenkreis so, sondern spiegelt die landesweit negative Entwicklung in NRW wieder.